Evangelische Kirchengemeinde Rönsahl

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Glockenklang im Drehorgelmuseum läutet das Osterfest ein.

Rönsahl, Ostern 2013

„ Die Winterzeit ist vorbei – zumindest jedenfalls kalendarisch..“ Vorfreude auf den ( hoffentlich bald ) nahenden und mittlerweile heiß ersehnten Frühling weckte dieser Tage Landeskirchenrat i. R. Dr. Ullrich Wimmer in seiner Eigenschaft als passionierter Musikfreund und Betreiber des inzwischen weit über die heimischen Grenzen hinaus bekannten und auf privater Basis geführten Rheinischen Drehorgelmuseums. Das nämlich wurde von Dr. Wimmer und seiner Lebenspartnerin Doris van Rhee ab Frühjahr 2008 in den Räumlichkeiten der ehemaligen kleinen Dorfkirche in der unweit von Rönsahl gelegenen kleinen Ortschaft Kempershöh ( Gemeinde Marienheide) eingerichtet und wird seitdem durch – wann immer sich die Gelegenheit dazu ergibt – neu hinzu kommende Raritäten an so genannten mechanischen Musikinstrumenten laufend weiter ergänzt.
Nicht von ungefähr gilt das Drehorgelmuseum in Kempershöh deshalb als eine der bedeutendsten Privatsammlungen mechanischer Musikinstrumente in unserem Land. Dort bilden malerisch dekorierte Drehorgeln, liebevoll gestaltete und kunstvoll entwickelte Spieldosen in großer Zahl, selbstspielende Klaviere und viele andere Raritäten, deren bloßer Anblick bereits das Herz des Betrachters höher schlagen lässt, im Zusammenspiel mit dem ehedem sakralen Raum, in dem sie ihre neue Heimat gefunden haben und dessen akustischen Möglichkeiten, eine wohltuende Symbiose.
Pünktlich im Monat März und zum kalendarischen Frühlingsbeginn, genauer gesagt, mit Blick auf die große Freude, die Christen mit der Feier des Osterfestes verbinden, hatte Kirchenmann Dr. Wimmer für den Ostersamstag eingeladen zu „ Orgelklang zum Osterfest“.   Angesagt war ein locker- flockiger und zwischendurch mit kleinen Gedichtvorträgen und Wortbeiträgen zum Schmunzeln immer mal wieder aufgelockerter Osterspaziergang mit  Musik aus alter Zeit sowie Wissenswertem zur Kultur- und Sozialgeschichte von Instrumenten, die – einstmals vornehmlich in „besser gestellten Kreisen“ zuhause waren,   heute allerdings kaum noch bekannt sind und – zumindest bei oberflächlicher Betrachtungs-
weise – bestenfalls noch eine Nebenrolle spielen im musikalischen Geschehen unserer Tage.
Dazu zählte die so genannte Drehorgel, manchmal mit dem Anflug eines ein wenig verächtlich klingenden Untertons auch „Leierkasten“ genannt, so wie der früher auf Jahrmärkten und ähnlichen Veranstaltungen gang und gäbe war und in unserer Zeit allerdings auch dort nur noch in der Schublade absoluter Nostalgie zu finden ist. Die gute alte Drehorgel, der „Leierkasten“ eben, wäre wohl endgültig dem Vergessen anheim gefallen, wenn es nicht Menschen gäbe wie beispielsweise Dr. Ullrich Wimmer und seine Begleiterin Doris van Rhee, die nach eigener Aussage von einem „unwiderstehlichen Virus“ befallen sind und seitdem der Leidenschaft für die mechanische Musik und selbst spielende Musikinstrumente frönen. Dazu zählen neben Drehorgeln wie Harmonipans vornehmlich Musikdosen mit Walzen – oder Plattensteuerung und unter anderem auch so genannte Selbstspielklaviere, Orchestrions .
Mit gewinnendem Lächeln, stets dahinter verborgen aber auch der unverkennbaren Ernsthaftigkeit eines Mannes, der in seinem großen Hobby nicht zuletzt auch eine Art Mission sieht und die Aufgabe, etwas zu bewahren, was – so will es der Zeitgeist wohl – eigentlich kaum noch zu retten wäre, gäbe es nicht Orte wie das Drehorgelmuseum und dessen Betreiber,  trat Dr. Wimmer am Ostersamstag vor sein gespanntes Publikum.
Mit sichtlicher Hingabe und der unverkennbaren Liebe zum Detail entführte der evangelische Pfarrer in eine Wunderwelt der Töne und Klänge.  so wie sie in dieser besonderen Virtuosität und harmonisch aufeinander abgestimmter Vielfalt malerischer Klangfarben wohl nur von der Drehorgel und deren „Schwestern“ erreicht werden kann. Die  Zuhörer ließen sich deshalb gern  einladen zu einer musikalischen Zeitreise in die Musikwelt vergangener Jahrhunderte und ließen dabei den außerordentlichen Wohlklang und die besondere Aussagekraft, die den von Dr. Wimmer vorgeführten historischen Instrumenten innewohnt, auf sich wirken.
Angefangen von so bekannten Werken wie „ Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach ( 1685 -  1750)  und dem speziell zur Osterzeit passenden Kirchenlied „ Auf, auf, mein Herz mit Freuden..“  bis zu dem auf einem so genannten Harmonipan zu Gehör gebrachten Choral „ Dir, Dir, o Höchster, will ich singen“ war ein weiter musikalischer Bogen gespannt, der im „Zeitlosen“ und der unverkennbaren „Leierkastenherrlichkeit“ als Ausdruck unverhohlener Lebensfreude, die in deren Wiedergabe zum Ausdruck kommt, gipfelte und für einen ausgesprochenen Augen- und Ohrenschmaus sorgte.
Zum Abschluss des Konzerts hielt Dr. Wimmer noch ein weiteres „Schmankerl“ bereit, als den Zuhörern  mit Matthias Claudius` „Der Mond ist aufgegangen“, zu Gehör gebracht anhand eines etwa vor Jahresfrist erworbenen und an einer Stirnwand der früheren Kapelle angebrachten Glockenspiels, noch ein besonderer Gruß mit auf den Heimweg gegeben wurde. Cr


 
 
 
 
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